Wir sind auf der Flucht vom Lago de Yojoa, beziehungsweise auf der Flucht vor Unwettern und einer Kaltfront. Unser erstes Zwischenziel auf dem Weg zur Pazifikküste ist die Hauptstadt Tegucigalpa.
Die Umsteige-Verbindungen sind hier besser organisiert als bei uns daheim bei der Bahn: In La Guama steigen wir aus dem Bus aus, dann werden wir gefragt, wo wir hinwollen, und daraufhin werden wir direkt zum nächsten Bus gelotst, der kurz darauf abfährt. Perfekt.
Nach einiger Zeit haben wir die Regenfront hinter uns gelassen. Auf der Karte sehe ich, dass wir demnächst an Comayagua vorbei kommen. Diese Stadt war früher einmal Hauptstadt des Landes und kann mit einer sehenswerten Altstadt aufwarten, lese ich. Ein guter Anlass, die lange Fahrt hier zu unterbrechen.
Wir sagen Bescheid, dass wir unsere Pläne geändert haben, und werden an einer breiten Hauptstraße zwischen zwei Tankstellen aus dem Bus gelassen. Ich bestelle ein Uber, um in die Innenstadt zu kommen.
Der verpasste Weihnachtsmarkt
Das mit der sehenswerten Altstadt war definitiv nicht zuviel versprochen.
Inbesondere abends ist die Stadt sehr schön anzuschauen.
Das beste verpassen wir allerdings leider: Überall wird daran gearbeitet, die Stadt weihnachtlich zu dekorieren. Eine unglaubliche Menge an Lichtern wird angebracht, Stände werden aufgebaut, die Straßen werden dekoriert.
Wir fragen nach, wann das Spektakel hier beginnt. Am Freitag, erfahren wir, und es geht bis Ende Dezember.
Falls unsere Reiseroute es irgendwie ermöglichen sollte, werden wir unbedingt noch einmal hier vorbeikommen, nehmen wir uns vor. So viel Kitsch wird uns ansonsten wohl kaum noch einmal geboten werden.
Die kombinierten Restaurants
Rund um unserer Hotel gibt es zahlreiche Restaurants. Wir gehen von einem zum anderen, um die Speisekarten zu studieren. Das hätten wir uns aber sparen können, wie wir etwas später herausfinden werden.
Als wir uns für eines der Restaurants entschieden haben, werden wir am Tisch von einer Kellnerin und einem Kellner regelrecht belagert. Das kommt uns noch nicht allzu seltsam vor, schließlich sind wir die einzigen Gäste. Seltsam ist allerdings, dass wir das gleiche Gericht zu völlig unterschiedlichen Preisen in der Karte sehen, nur auf verschieden gestalteten Seiten.
Auf Nachfrage erfahren wir den Grund hierfür: Das Gericht kommt jeweils aus unterschiedlichen Restaurants. Daher auch die zwei Kellner, und jeder hofft natürlich, dass wir aus seiner Karte etwas bestellen.
Komplett verwirrend wird es, als anschließend unser Essen und die Getränke aus mehreren Restaurants zusammengetragen wird.
Hier scheint es tatsächlich so zu sein, dass jedes Restaurant auch Essen und Getränke der anderen Restaurants anbietet.
Wenn man das einmal verstanden hat, ist es wirklich sehr praktisch. Wir können uns später einfach in das Restaurant unseres Hotels setzen, und Nadine bestellt einen Weißwein, der von der Weinbar weiter links stammt, während ich einen Cocktail bestelle, der vom mexikanischen Restaurant an der Straßenecke rechts kommt.
Das Hotel
Unser Hotel passt recht gut in diese etwas spezielle Umgebung.
Das Hotel ist nicht nur Hotel, sondern irgendwie auch eine Art Museum. An jeder Ecke sind historische Gegenstände präsentiert.
Die Flucht, Teil 2
Der Abstecher nach Comayagua hat sich also definitiv gelohnt. Die Stadt wirkt auf uns wie eine verkleinerte Ausgabe der berühmten Stadt Antigua des Nachbarlands Guatemala, nur ohne Touristen. Während es in Antigua gar nichts anderes gibt als Touristen, haben wir den Eindruck, dass wir in Comayagua die einzigen sind, zumindest die einzigen ausländischen.
Allerdings müssen wir uns nun, am nächsten Morgen, beeilen, so schnell wie möglich weiter zu kommen. Die Unwetterfront hat uns mittlerweile eingeholt, es regnet heftig.
| Land: | Honduras |
| Ort: | Comayagua |
| Reisedatum: | 10.11.2025 - 11.11.2025 |
| Autor: | Manuel Sterk |
| Veröffentlicht: | 13.11.2025 |
| Leser bisher: | 32 |
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