REISE
VERSUCH
21 Fotos
Honduras
Comayagua

Weihnachtsmarkt in Honduras

Lesedauer: ca. 7 Minuten

Honduras ist im Weihnachtsfieber. Überall sind Weihnachtsbäume aus Plastik aufgebaut, Schneemänner (aus naheliegenden Gründen ebenfalls aus Plastik) schmücken die Häuser, Balkone sind mit Geschenkband-Schlaufen dekoriert und wo noch keine Lichterketten hängen, werden welche angebracht.

Wenn man Weihnachten nur aus unseren Breitengraden kennt, mag es vielleicht etwas befremdlich wirken, das alles in tropischem Ambiente zu sehen.

Aber andererseits hat die Kombination aus Rentieren und Palmen durchaus etwas für sich.

Ein weihnachtliches Highlight in Honduras ist der Paseo Navideño in Comayagua, und das wollen wir uns natürlich auf keinen Fall entgehen lassen.

Wegen Überfüllung geschlossen

Zunächst einmal sind wir aber ziemlich überrascht: Während Comayagua bei unserem ersten Besuch noch wie ausgestorben war, ist es heute gerammelt voll hier, die Tische der Restaurants sind alle belegt.
Und dann auch noch das: Unser Hotel ist geschlossen.

Wir gehen in das Restaurant, das an unser Hotel angeschlossen ist, kämpfen uns durch den überfüllten Gastraum zur Theke durch - und werden von dem Angestellten dort wie ein Stammgast begrüßt und über die Hintertür in das geschlossene Hotel begleitet.

Er hat das Hotel abgeschlossen, erzählt er uns, weil überall zu viele Leute sind, er alleine ist, und heute, am Sonntag, eigentlich sowieso keine Hotelgäste anreisen würde.

Wir sehen auf dem Tisch einen Zettel mit den sechzehn Zimmernummern liegen, und neben jeder Nummer steht der Vermerk „salió“, also: abgereist. Über das Wochenende war das Hotel demzufolge komplett belegt, heute haben wir hingegen freie Zimmerwahl.

Der Weihnachtsmarkt

Wir warten, bis es dunkel wird, und gehen dann Richtung zentraler Platz.

In den von hier abgehenden Gassen wurden bei unserem letzten Besuch gerade Tausende an Lichterketten angebracht, und wir sind gespannt, wie das jetzt aussieht, wenn sie alle aktiv sind. Aber wir werden enttäuscht, die Lichterketten sind dunkel.

Licht an!

Wir müssen jedoch nur knapp eine halbe Stunde warten, und dann, von einem Moment auf den anderen, ist alles hell erleuchtet.

Unglaublich.

Wir haben ja mit einigem gerechnet, aber das, was uns hier geboten wird, übertrifft unsere Vorstellungen beiweitem.

Feliz Navidad

Und schon beginnt das nächste Spektakel:
Aus den Lautsprechern dröhnt „Feliz Navidad, I wanna wish you a Merry Christmas“ und der riesige Weihnachtsbaum an der Kirche blinkt in wechselnden Farben und Mustern im Takt, eine exzellent choreografierte Lichterschau.

Glühwein

Glühwein gibt es hier übrigens nicht, das wäre bei den abendlichen Temperaturen von deutlich über zwanzig Grad vielleicht dann doch nicht ganz passend.

Um die unzähligen aneinander gereihten Stände mit frittiertem Fleisch machen wir einen großen Bogen, aber ein paar Süßigkeiten und ein wie Milchreis schmeckendes Getränk, das es wahlweise mit oder ohne Alkohol gibt, probieren wir natürlich aus.

Wir sind die ersten

Bevor wir zurück ins Hotel gehen, drehen wir noch eine kleine Runde durch die Lichtermeergassen - und können nun von uns behaupten, vermutlich die ersten zu sein, die dieses Jahr auf einem Weihnachtsmarkt waren.

Land:Honduras
Ort:Comayagua
Reisedatum:16.11.2025 - 17.11.2025
Autor:Manuel Sterk
Veröffentlicht:19.11.2025
Leser bisher:26

Deine Meinung zu dieser Reiseerzählung:


Gefällt mir

Nicht so toll
Dein Kommentar:
Dein Name:

Dein Name wird über Deinem Kommentar angezeigt. Du kannst dabei natürlich irgendwas eingeben, auch den größten Blödsinn, aber schön wäre es, wenn die Leser Deines Kommentars erkennen könnten, wer ihn geschrieben hat ;)

Nächste Reiseerzählung:

Alleine an der Karibikküste

Fast überall, wo wir hinkommen, sind wir die einzigen ausländischen Touristen weit und breit, meistens sogar die einzigen Touristen überhaupt. Meiden alle Honduras aufgrund des schlechten Rufs?
Lesen...(Lesedauer ca. 12 Minuten)